Video-Andacht mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann und Diakonie Hessen-Vorstandsvorsitzenden Carsten Tag

Mitarbeitende in der Pflege und pflegende Angehörige sind wegen des Coronavirus und der Schutzmaßnahmen zurzeit besonders belastet. Zum alltäglichen Pflegeeinsatz kommen ein erhöhter Betreuungsaufwand und die Angst vor Ansteckung für sie selbst und die Angehörigen. Pflegende leisten aber nicht nur in Corona-Zeiten einen wertvollen Beitrag für Menschen, die sich nicht selbst versorgen können. Mit einer Video-Andacht anlässlich des Internationalen Tags der Pflege möchten die Diakonie Hessen und ihre beiden Evangelischen Kirchen in Hessen den Einsatz der pflegenden Menschen würdigen und ihnen in dieser besonderen Zeit Trost spenden.

Postkarte mit dem Motiv „Schutzmantel-Christus“

Frau Dr. Hofmann geht in ihrer Predigt auf ein Foto ein, auf dem ein Schutzmantel-Christus zu sehen ist. Es handelt sich hierbei um ein Werk der Künstlerin Irene Dilling. Die Skulptur steht im Evangelischen Friedwald auf dem Schwanenberg. Wir haben Postkarten mit diesem Motiv herstellen lassen, die Sie bei uns in unserem Online-Shop bestellen können. Vielleicht kennen Sie jemanden, der sich über einen Gruß freuen würde und schicken ihm diese Karte.

Videobotschaften

Mit Videobotschaften wenden sich die Diakonie Hessen und beide Kirchen am Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai an die Öffentlichkeit. Bischöfin Dr. Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf von der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, nehmen in ihren Botschaften auf Florence Nightingale Bezug. Sie gilt als Begründerin der modernen Krankenpflege und ihr Geburtstag jährt sich am 12. Mai 2020 zum 200. Mal. Nightingale hatte schon zu ihrer Zeit für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gestritten. Dass auch heute bessere Rahmenbedingungen und mehr Anerkennung für die Leistungen der Pflegenden notwendig sind, fordern Carsten Tag, Ulrike Scherf und Dr. Beate Hofmann im Namen vieler pflegender Angehöriger und Pflegekräfte in der Diakonie.

Dr. Beate Hofmann: Viele Pflegende sind an die Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen

„Die Pflege ist ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Beruf“, sagt Bischöfin Dr. Beate Hofmann von der EKKW in ihrer Videobotschaft. „Wie wichtig gut ausgebildete Pflegekräfte für uns alle sind, das spüren wir in diesen Wochen und Monaten mehr denn je. Schon vor der Pandemie haben Pflegekräfte bereits vielfach auf ihre gesundheitlichen Belastungen durch die schwierigen Rahmenbedingungen für ihre Arbeit hingewiesen. Mit großer Sorge nehme ich wahr, dass viele Pflegende an die Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen sind. Darum muss endlich etwas geschehen. Pflegende brauchen gute Bedingungen, um ihre Arbeit gut machen zu können“, sagt Bischöfin Hofmann weiter.

Carsten Tag: Mehr als eine Prämie wünschen sich Pflegende bessere Arbeitsbedingungen

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen Carsten Tag weist darauf hin, dass sich Pflegende mehr noch als eine verdiente Prämie bessere Arbeitsbedingungen wünschten: „Wir fordern, dass die Länder sich mit einem Drittel an der Finanzierung der Anerkennungsprämie beteiligen, aber, was noch wichtiger ist: Nach der Seuche kann in Bezug auf die Rahmenbedingungen in der Pflege keinesfalls zur Tagesordnung übergegangen werden.“ Pflegenden gehe es nicht ausschließlich um finanzielle Anerkennung, sondern auch um „mehr Kolleg*innen in der Schicht oder in den Tourenplänen, um weniger Hetze und mehr Zeit für Patienten und Pflegebedürftige, um weniger Bürokratie, um verlässlich planbare Freizeit mit der Familie, um Zeit für die eigene Gesundheitsfürsorge.“  
(Hier springen Sie direkt zum Statement von Herrn Tag!)

Ulrike Scherf: Grundlegende Reform der Pflegeversicherung nötig

Jede Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege gehe mittlerweile finanziell zu Lasten der Pflegebedürftigen, so die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (EKHN) in ihrem Videogruß. Dies zeige die Grenzen der Pflegeversicherung auf. Scherf: „Menschen in Pflegeeinrichtungen sind zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen. Jeder Euro, der Pflegekräften verdienterweise zusteht, muss direkt von den Pflegebedürftigen finanziert werden. Das kann so nicht weitergehen. Deshalb haben die Diakonie und weitere Verbände und Parteien Konzepte entwickelt, die Pflegeversicherung grundlegend zu reformieren. Nur mit einer Reform der Pflegeversicherung können die Rahmenbedingungen der Pflege verbessert werden. Dafür treten wir ein. Und wir sagen allen Pflegenden Danke. Danke für all Ihre Arbeit. Dass Sie da sind für andere, das ist großartig. Herzlichen Dank. Bleiben sie gesund und behütet!“
(Hier springen Sie direkt zum Statement von Frau Scherf.)

Alle Videos und weitere Beiträge zum Tag der Pflege finden Sie auf der Webseite der Abteilung Gesundheit, Alter und Pflege der Diakonie Hessen: www.diakonie-gap.de